Dialog Nanotechnologie

Mit der Veranstaltungsreihe Dialog Nanotechnologie gründet der Förderverein Nano in Germany e.V. in Zusammenarbeit mit dem Cluster Nanotechnologie, der Norddeutschen Initiative Nanotechnologie e.V. und dem Leibniz-Forschungsverbund Advanced Materials Safety ein offenes Forum, um gemeinsam mit Industrie- und Behördenvertreter*innen über aktuelle Themen und gegenwärtige Entwicklungen aus „der Nanotechnologie“ zu diskutieren.

Mit Beiträgen aus der angewandten Wissenschaft, von Bundesagenturen und –behörden sowie praktischen Beispielen aus der Industrie werden in mehreren virtuellen Workshops unterschiedliche Facetten zu den verschiedenen Aspekten der Nanotechnologie beleuchtet (Sicherheit, Regularien, Upscaling, Recycling, ...). Die Veranstaltungsreihe soll gleichzeitig die Grundlage schaffen für einen weiteren notwendigen Diskurs zum Thema Nanotechnologie.


In Kürze:

Nächster Termin:
22. September 2022 (Online, ZOOM)

Thema:
Sicherheit von Nanotechnologien

Trends und Perspektiven

Nanotechnologien und neue Materialien sind als Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts ein wichtiger Innovationstreiber. Sie befruchten als Querschnittstechnologien zentrale Industriebereiche wie Medizin, erneuerbare Energien, Leistungselektronik und maritime Wirtschaft. Darüber hinaus sind sie auch ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit kleiner und mittelständischer Firmen.

Obwohl Nanotechnologien bereits seit Jahrzehnten erfolgreich in einer Vielzahl an Anwendungen und Produkten eingesetzt werden, bleiben viele Fragen ungeklärt und so stehen den zahlreichen Chancen auch weiterhin entsprechende Herausforderungen und Risiken gegenüber. Beispielsweise führen die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Nanotechnologien zu einer schwer überschaubaren und nicht mehr eindeutig zu identifizierenden, zu klassifizierenden und regulatorisch zu erfassenden Vielfalt an Produkten. Viele dieser Produkte werden in der öffentlichen Aufmerksamkeit einerseits als revolutionär und gewinnbringend, andererseits als bedrohlich oder gefährlich empfunden.

Somit wirft „die“ Nanotechnologie eine Reihe gesellschaftlich relevanter Fragen auf:

  • Innovationsfähigkeit: Wie können auch kleine Unternehmen vom wirtschaftlichen Potenzial der Nanotechnologie profitieren?
  • Regularien: Können Regularien die Risiken von Nanotechnologien kontrollieren ohne deren wirtschaftliches Potenzial zu gefährden?
  • Sicherheit: Welche Auswirkungen können Nanopartikel auf unsere Gesundheit haben und wie kann die Sicherheit für Mensch und Umwelt ggf. gewährleistet werden?
  • Recycling: Stellen Nanomaterialien ein Risiko für die Umwelt dar oder können Sie helfen die Energiewende voranzubringen?
  • Safe-by-Design: Wer trägt welche Verantwortung im sicheren Umgang mit neuen Materialien und können Regularien dies forcieren?
  • Upscaling: Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Skalierung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen auf industrielle Maßstäbe?
  • Kommunikation: Wie kommunizieren wir komplexe und teilweise widersprüchliche Informationen, um eine breite Akzeptanz neuer Nanotechnologien zu erreichen?

Mit der digitalen Veranstaltungsreihe Dialog Nanotechnologie - Trends und Perspektiven wollen wir gemeinsam mit Industrie- und Behördenvertret_innen über diese und weitere aktuelle und relevante Fragestellungen diskutieren, um daraus eine allgemeine und nachhaltige Strategie für die effektive und sichere Umsetzung von Nanotechnologien zu entwickeln. In je zweistündigen Workshops werden die jeweiligen Themen aus unterschiedlicher Sicht (Behörde - Industrie - Forschung) von Expert_innen vorgestellt und anschließend in einer gemeinsamen Dialogrunde diskutiert.

Organisation

Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft des Nano in Germany e.V.

22. September 2022 - Sicherheit

Nanotechnologische Produkte erobern zunehmend den Markt. Aspekte der Nanosicherheit sind daher von steigender Bedeutung für den Arbeitsalltag. Die Thematik hat eine hohe Relevanz für die betriebliche Arbeitsschutz-Praxis in zahlreichen Branchen, während gleichzeitig auf wissenschaftlicher und politischer Ebene Fragen zum Umgang mit Nanomaterialien diskutiert werden.

Die Veranstaltung bietet Impulse zum aktuellen Stand und gesetzlichem Rahmen für die betriebliche Arbeitsschutzpraxis beim Umgang mit Nanomaterialien. Die ExpertInnen freuen sich auf einen offenen Austausch mit dem Publikum.

Agenda
14:00

Begrüßung und Einführung
Nano in Germany e.V.

14:10

Sicheres Arbeiten mit Nanomaterialien: wissenschaftliche Aspekte zu Grenzwerten und Mechanismen
Dr. Christoph van Thriel, MAK-Kommission und Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

14:35

Die Unsicherheit mit der Nanosicherheit
Prof. Dr. Harald Krug, NanoCase GmbH

15:00

Pause

15:05

Sicherer Umgang mit Nanomaterialien
Carsten Möhlmann, Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - IFA/DGUV

15:20

Nanomaterial exposure measurement in workplaces using Raman spectroscopy
Rudolf Bieri, Stat Peel AG

15:35

Vom Arbeitsunfall zur Erste-Hilfe-Lösung für die Nanotechnologie
Dr. Jonas Schubert, DermaPurge GmbH

16:00 Dialog / Diskussionsrunde
ca. 17:00 Ende der Veranstaltung

Folgeveranstaltungen

17. November 2022 - Recyclinggerechtes Design / Safe-by-Design

Für Verbraucherakzeptanz und Einhaltung regulatorischer Auflagen müssen neue Produkte nicht nur innovative Lösungen bieten, sondern auch sicher und nachhaltig sein. Dabei ist es für die Innovatoren vorteilhaft, die Sicherheits- und Nachhaltigkeitsaspekte neuer Produkte von Beginn des Entwicklungsprozesses an zu berücksichtigen. Oft erfolgen Überlegungen erst zu spät, wenn schon viel Geld in die Entwicklung geflossen ist. Wichtig ist es auch, den gesamten Lebenszyklus der Produkte im Blick zu haben. Vor allem beim Recycling von Nanoprodukten stoßen wir auf große Herausforderungen.

14:00

Begrüßung und Einführung
Nano in Germany e.V.

14:10

Safety-by-Design von Nanomaterialien: Ein Weg vom Labor zur Herstellung
Dr. Yvonne Kohl, Fraunhofer Institute for Biomedical Engineering (IBMT)

14:35

N.N.
Dr. Annette Kraegeloh, Leibniz-INM / LFV Advanced Materials Safety

15:00

Pause

15:05

Recovered Carbon Black als Substitut von Carbon Black
Niels Ellermann, Pyrum Innovations AG

15:20

N.N.
N.N., N.N.

15:35 N.N.
N.N., N.N.
16:00 Dialog / Diskussionsrunde
ca. 17:00 Ende der Veranstaltung
19. Januar 2023 - Fortgeschrittene und datenintensive Methoden
2023 - Upscaling
2023 - Kommunikationsmanagement
2023 - weitere Themen in Vorbereitung

14. Juli 2022: Nutzen und Herausforderungen der Regulation von Nanotechnologien

Von REACH über Medizin bis hin zu Biozidprodukten – Wie hat sich die Regulation von Nanomaterialien in den letzten 10 Jahren entwickelt und was müssen Unternehmen beachten, um erfolgreich und verantwortungsvoll sichere Produkte mit Nanotechnologien für Kunden und Verbraucher anzubieten?

Nanotechnologische Entwicklungen haben den Markt in den letzten 10 Jahre revolutioniert und vielseitige neue Produkte hervorgebracht. Wie bei jeder neuen Technologie steht dabei die Sicherheit von Verbraucher_innen an erster Stelle, so dass die Zulassung entsprechender Produkte rechtliche Rahmenbedingungen und regulatorische Maßnahmen erfordert. Einheitliche Regeln für Nanomaterialien auf europäischer Ebene sollen hierbei für mehr Struktur sorgen, führen in der Praxis aber nicht selten zu Unklarheiten und demzufolge hohen Hürden bei der Produktentwicklung.

Um sowohl Sicherheit als auch technischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen, ist ein Dialog zwischen der technischen Entwicklung und der gesetzgebenden Instanz maßgeblich entscheidend. Die Veranstaltung bietet Impulse zum aktuellen Stand und gesetzlichem Rahmen für die Zulassung von Nanomaterialien in der EU.

19. Mai 2022: Aktuelle Chancen und Herausforderungen der Nanotechnologie

Start der Reihe war der 19. Mai zum Thema Nanotechnologie in Deutschland - Aktuelle Chancen und Herausforderungen der Nanotechnologie. Mit komplementären Beiträge aus der Sicht von Behörden, Forschung und Industrie wurden einerseits die Möglichkeiten und Innovationen und andererseits die Grenzen sowie mögliche Risiken beim Einsatz von Nanotechnologie vorgestellt. Im anschließenden gemeinsamen Dialog wurden mit allen Teilnehmenden weitere Fragestellungen gesammelt und offen diskutiert.