Neue Förderaufrufe und geplante Ausschreibungen eröffnen gute Chancen für deutsche Technologieanbieter

Ungarn beschleunigt den Ausbau der Geothermie. Grundlage ist ein 2024 vorgestelltes Nutzungskonzept, das bis 2030 eine Verdopplung der eingesetzten geothermischen Energiemenge von derzeit 6,4 Petajoule vorsieht. Langfristig soll Geothermie bis zu 31 Prozent des Wärmebedarfs decken. Bereits heute zählt Ungarn zu den Top5 in Europa bei der direkten Nutzung geothermischer Wärme und verfügt über erhebliche unerschlossene Potenziale in der flachen als auch der tiefen Geothermie.
Die Regierung setzt auf schnelle Fortschritte: Bis 2028 sollen zahlreiche Erkundungsprojekte abgeschlossen sein. Zentrales Förderinstrument ist das Jedlik-Ányos-Programm, das gezielt Investitionen in den Sektor anstoßen soll. Im Rahmen der 2025 aufgelegten Förderlinie stehen in zwei Ausschreibungen insgesamt 53 Millionen Euro für Bohrungen und die Entwicklung neuer Projekte bereit, sowie weitere 31 Millionen für den Bau von Kraftwerken, Leitungsinfrastruktur und Netzanschlüssen. Eine dritte Ausschreibung ist in Vorbereitung. Sie soll erneuerbare Fernwärme stärker in das Wärmenetz integrieren.
Antragsberechtigt sind ausschließlich in Ungarn ansässige Unternehmen. Mit Blick auf die ambitionierten Ausbauziele dürfte jedoch der Bedarf an moderner Bohr- und Fördertechnik, effizienten Wärmeverteil- und Speichersystemen sowie an Know-how zur Netzoptimierung deutlich steigen. Daraus ergeben sich attraktive Marktchancen für deutsche Anlagenbauer, Bohrtechnikspezialisten und Anbieter integrierter Systemlösungen.
Hier geht es zu Originalmeldung und wichtigen Anlaufstellen für Geothermie in Ungarn: https://www.gtai.de/de/trade/ungarn/branchen/geothermie-1972234